Damit schlimme Erlebnisse nicht das Leben bestimmen – wir nehmen junge Opfer an die Hand

Wenn  Kinder und Jugendliche Gewalt erlebt haben oder mitansehen mussten, kann dies Auswirkungen auf ihr ganzes Leben haben. Dabei kann man in den ersten Wochen nach dem Erlebnis noch sehr viel tun, damit das Ereignis nicht zu einer dauerhaften posttraumatischen Belastungsstörung wird. Die Trauma-Ambulanz für Kinder und Jugendliche ist ein Angebot, welches betroffene Kinder in dem Moment auffängt, in dem psychologische Unterstützung dringend notwendig ist.

„Gewalt oder Missbrauch passieren viel zu häufig und hinterlassen tiefe Spuren
bei den kleinen Opfern. Werden die traumatisierten Kinder und Jugendlichen zu spät oder gar nicht behandelt, drohen Folgen des Erlebnisses - wie Ängste oder Störungen - chronisch zu werden. Wir begleiten die betroffenen Kinder innerhalb der ersten Tage und Wochen nach dem traumatischen Erlebnis, helfen ihnen, das Geschehene zu verarbeiten und können so Spätfolgen direkt entgegenwirken."

PD Dr. Sibylle Maria Winter,
Direktorin (komm.) der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kinder- und Jugendalters sowie Initiatorin und Leiterin der Trauma-Ambulanz

 

 

 

Die in der Trauma-Ambulanz betreuten Kinder und Jugendliche haben sexuellen Missbrauch, körperliche Gewalt oder Überfälle erleben müssen oder sind Zeugen einer Straftat geworden. Ihnen kann in der Trauma-Ambulanz der Charité innerhalb kürzester Zeit eine stabilisierende Betreuung ermöglicht werden.

Als eine von nur wenigen Institutionen in Deutschland, bietet die Trauma-Ambulanz damit unmittelbare Hilfe für junge Opfer. Das behandelnde Team besteht aus Ärztinnen und Ärzten sowie Psychologinnen und Psychologen, die auf den Umgang mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen sowie deren Familien spezialisiert sind. Ihre Erfahrungen aus dem 2011 gestarteten Modellprojekt sind sehr positiv: 60 Prozent der in der Trauma-Ambulanz betreuten Kinder zeigen schnell eine deutliche Besserung der Symptome, bei 40 Prozent der behandelten Kinder stellt sich bereits nach wenigen Therapiestunden sogar eine solche Besserung ein, dass sie keine weiterführende psychologische Behandlung benötigen.

Ergebnisse wie diese werden im Rahmen des Projektes detailliert ausgewertet. Die dokumentierten Erfolge könnten später dabei helfen, dass weitere Angebote in Deutschland entstehen und junge Opfer flächendeckend schnelle Hilfe erhalten. Denn die schnelle Intervention, wie sie in der Trauma-Ambulanz geschieht, ist in diesem Umfang in den verschiedenen psychiatrisch und psychotherapeutischen Angeboten des Gesundheitssystems bisher nicht vorgesehen. Das Opferschutzgesetz schließt Kinder, die beispielsweise schlimme Unfälle erlebt oder Suizid beobachtet haben, nicht mit ein. Hier müssen wir aktiv werden, um mehr Kinder zu schützen und Hilfe zu bieten, damit das Erlebte nicht das weitere Leben bestimmt.

Die Trauma-Ambulanz soll für alle betroffenen Kinder und Jugendlichen da sein können. Wir benötigen Unterstützung für:

  • Einen Notfallfonds für schwer traumatisierte Kinder, die das Opferschutzgesetz nicht einschließt und für jene mit schweren Traumata, deren Bedarf über die gesetzlich finanzierten Behandlungsstunden hinausgeht
  • Eine kindgerechte Gestaltung der Therapieräume, in denen traumatisierte Kinder und Jugendliche in einer fördernden Atmosphäre behandelt werden können
  • Weitere Experten wie Dolmetscher und Sozialarbeiter, insbesondere für Kinder mit Migrations- oder sozial schwachem Hintergrund



Kontakt für Betroffene

Traumaambulanz für Opfer von Gewalttaten
CharitéUniversitätsmedizin Berlin
Campus Virchow-Klinikum
Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und
Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters

t: +49 30 450 566 229
E-Mail: kj-traumaambulanz(at)charite.de

Die Trauma-Ambulanz können Sie unterstützen!

Helfen Sie uns dabei, mit unserem Angebot für alle kleine Opfer so lange da sein zu können, wie sie uns brauchen.

Sie wollen das Projekt fördern und haben Fragen? Gerne sind wir für Sie da!

Ihre Ansprechpartner

Flyer Trauma-Ambulanz

Einblicke in unsere Arbeit

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